Der Übergang vom Paar zur Familie markiert einen Wendepunkt im Leben und erfordert eine neue Standortbestimmung als Paar und als Vater und Mutter. Neben der Grundfrage, wie sie mit der neuen Situation mit einem Kind umgehen, wie Sie ihr Kind erziehen möchten, stehen vielleicht bald schon weitere Fragen, wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf an. Sie fühlen sich hohen Erwartungen der Gesellschaft ausgesetzt und oft fehlt heute ein familiäres Netzwerk, das entlastet und trägt.

Eltern wünschen sich Unterstützung in dem neuen Abenteuer, Familie zu sein -  Verständnis, Wertschätzung und Anerkennung. Dies erfahren Eltern von Anfang an in vielen Gruppen für Eltern und Kleinkinder, die über die Kath. Familienbildungsstätte angeboten werden. Hintergrund aller Eltern-Kind-Angebote ist dabei das Wissen, das Beziehung und Bindung für die Bildung des Kindes entscheidenden Einfluss haben und die Voraussetzungen für gesundes Aufwachsen sind. Basis für eine gute körperliche, geistige, emotionale und soziale Entwicklung des Kindes ist die Erfüllung seiner elementaren Bedürfnisse. Dazu gehört u.a. körperliche Versorgung und Unversehrtheit und verlässliche Beziehungen und Bindung zu anderen Menschen. Die Qualität der Beziehung (Bezugsperson-Kind) bestimmt die sozial-emotionale Entwicklung des Kindes. Mit einer sicheren Bindung zu seinen Bezugspersonen kann sich das Kind nach "draußen" wagen, die Umwelt erkunden und sein Neugierverhalten ausleben. Sicherheit, Geborgenheit - im besten Falle vorbehaltlose Annahme des Kindes - promptes, feinfühliges und richtig interpretiertes Reagieren auf die Bedürfnisse des Kindes sind dazu beste Voraussetzungen, damit sich das Kleinkind gut entwickeln und Bildung (Exploration) wahrgenommen werden kann. Kinder können mit der Sicherheit durch die Anwesenheit einer vertrauten Bezugsperson sich und ihr Verhalten in unterschiedlichen Situationen erproben. Dazu bieten wir mit den folgenden Gruppen einen institutionellen Rahmen für gemeinsames Lernen von Eltern und Kind an. Die Gruppe kann miteinander lernen, innezuhalten und zuzuschauen, intensiv am Tun des Kindes teilzunehmen, ohne einzugreifen oder es lenken zu wollen, und dem Kind damit zu sagen "du bist meine ganze Aufmerksamkeit wert". Ebenso, wie das Gras nicht schneller wächst, wenn wir daran ziehen, so entwickeln sich Kinder nicht dadurch weiter, das Erwachsene ihre Entwicklung beschleunigen wollen. Eltern-Kind-Gruppenleiterinnen unterstützen Eltern hierbei in einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft, lernen von und miteinander und nehmen Eltern den Druck, perfekt sein zu müssen.

Eltern geben ihren Kindern Halt und können Werte vermitteln, wenn sie sich selbst als Menschen mit Stärken und Fehlern begreifen. Und alle dürfen darauf vertrauen, dass sie diesen Weg nicht allein gehen, sondern das es noch eine größere Macht außerhalb unseres selbst gibt, die wir Gott nennen, die uns und unsere Kinder auf diesem Weg begleitet.