Heike Margraf
Leiterin
-
Bernadusweg 6
65589 Hadamar - h.margraf@bistumlimburg.de
- 06433 887-72
Es geschieht, dass eine kleine Seele die Erde nur streift.
Ihr Ankommen und Gehen fallen in eins.
Ihr kurzes Verweilen ist nicht umsonst, denn sie verändert die Erde.
Sie hinterlässt Spuren in den Herzen derer, die sie erwartet haben.
Mögen diese Spuren in die Zukunft führen. Quelle: Doris Kellner
Als sogenannte Sternenkinder (auch Schmetterlings- oder Engelskinder genannt) werden jene Kinder bezeichnet, die mit einem Gewicht von unter 500 g vor, während oder nach der Geburt verstarben, quasi in den Himmel hineingeboren wurden.
Seit Dezember 2003 organisiert die Katholische Familienbildungsstätte Limburg in Kooperation mit der katholischen Klinikseelsorge des Krankenhauses St. Vincenz Limburg 4 x im Jahr mittwochs vormittags, jeweils um 11:00 Uhr, ökumenische Bestattungsfeiern für Sternenkinder. Betroffene werden über das St. Vincenz Krankenhaus zur Beerdigungsfeier eingeladen.
Die gemeinschaftliche Bestattung von Kindern, im Rahmen einer ökumenischen Trauerfeier, ist eine Möglichkeit, mit wenig Selbstaufwand und in der Gemeinschaft mit anderen betroffenen Eltern, der Existenz und Würde ihres zu früh verstorbenen Kindes zu gedenken und im christlichen Ritual zu verabschieden.
Eltern, deren Kinder in der Vergangenheit nicht bestattet wurden und gerne nachträglich an einer dieser Trauerfeiern teilnehmen möchten, sind ebenfalls herzlich eingeladen. Auch sie können im Rahmen der Trauerfeier ihres verstorbenen Kindes gedenken.
mittwochs, 11:00 Uhr, Friedhof Limburg
5. März
4. Juni
3. September
26. November
Liebe Mütter, liebe Väter, liebe Familie!
Das Unfassbare ist geschehen.
Auf eine glücklose Schwangerschaft ist in der Regel niemand vorbereitet. Ist doch „frohe Hoffnung“ das meistens vorherrschende Lebensgefühl. Und doch betrifft dieses Schicksal etwa jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben.
Der Tod Ihres Kindes, auch erst im Wachsen begriffen, schockiert, macht fassungslos - und überfordert. Nicht nur Sie, liebe Mütter und Väter, die Sie beide die Situation wahrscheinlich sehr unterschiedlich wahrnehmen. Auch das unmittelbare Umfeld - und selbst professionelle Fachkräfte können an ihre Grenzen stoßen. In dieser absoluten Ausnahmesituation erleben Sie viele Emotionen wie z.B. Unfassbarkeit, tiefe Traurigkeit, Hilflosigkeit und Angst. Sie bewegen sich auf absolut unbekanntem Territorium. Gleichzeitig fragen Sie sich: Wie geht es jetzt weiter? Was muss ich tun? Welche Möglichkeiten gibt es und nicht zuletzt die Frage, wie viel Zeit habe ich für meine Entscheidungen?
Viele Fragen, die überfordern können.
Einer unserer Urinstinkte bei Bedrohung ist „die Flucht nach vorn“. Einfach nur raus aus dem Alptraum und so schnell wie möglich das Geschehene vergessen.
Lassen Sie sich jetzt nicht zu Entscheidungen drängen, erbitten Sie Bedenkzeit und wägen Sie alle Möglichkeiten für sich und Ihre Familie in Ruhe ab! Nehmen Sie als Erstes Kontakt zu Ihrer Hebamme und Ihrer Gynäkologin auf, die Sie fachlich kompetent begleiten werden.
Aus unserer langjährigen Erfahrung in der Begleitung von Sternenkind-Eltern möchten wir Ihnen, liebe Mütter und Väter, auch Unterstützung anbieten. Die zusammengestellten Informationen, die Aufklärung bieten, sollen Ihnen helfen, die für Sie stimmigen Entscheidungen in dieser schwierigen Zeit zu treffen. Dazu gehören Fragen nach dem Ablauf einer stillen Geburt oder ganz persönliche Fragen wie „Geben wir unserem Kind einen Namen? Lassen wir unser Kind beurkunden?“ Wie und wo wollen wir unser Kind bestatten?“ Wir organisieren und begleiten Sie mit der Klinikseelsorge zu den Sternenkinderbeisetzungen im Limburger Sternenkindergrab und sind behilflich bei Überlegungen hinsichtlich individueller Beerdigungsformen, Fragen zu Kindertrauer der Geschwister u.v.a.m.
Diese so bedeutsamen und unumkehrbaren Entscheidungen benötigen neben den Informationen Zeit und Menschen an Ihrer Seite, die Sie zu bestmöglicher Selbstermächtigung unterstützen.
Gerne kontaktieren Sie uns und besprechen Ihr Anliegen mit uns vertraulich und persönlich am Telefon oder auch vor Ort.
Kontakt: Heike Margraf
Tel.: 06433-887-72
h.margraf@bistumlimburg.de
Oder: fbs.limburg@bistumlimburg.de
Vielleicht haben Sie schon einmal von Schmetterlingskindern, Engelskindern oder Himmelskindern gehört. Das sind ebenfalls Bezeichnungen von Kindern, die in der Schwangerschaft oder kurz danach verstorben sind. Etabliert hat sich jedoch an meisten der Begriff „ STERNENKINDER“.
Im medizinischen Kontext und Fachsprache werden sie meistens als „Fehlgeburten“ oder „Abort“ bezeichnet.
Für Sie als Eltern mögen die medizinischen Begriffe unangemessen und befremdlich wirken. Denn damit wird die liebevolle Bindung, die Sie als Mutter und Vater bereits von Anfang an der Schwangerschaft an zu Ihrem ungeborenen Kind aufgebaut und empfunden haben, nicht wertgeschätzt.
Der Begriff „Sternenkinder“ verdeutlicht, dass Kinder verstorben sind. Er tröstet Eltern in der symbolischen Vorstellung, dass ihr Kind in den Himmel geboren wurde, bevor es das Licht der Welt erblicken konnte, und nun als Stern am Himmel leuchtet. Sternenkinder sind Kinder, die in den Herzen ihrer Eltern und Angehörigen weiterleben aber nie an ihrer Hand durch Pfützen springen werden.
Unsere christliche Hoffnung ist, dass Ihr Kind nun bei Gott einen Platz hat und dort behütet ist.
Gesetzlich wird unterschieden zwischen einer Fehlgeburt, Totgeburt und Lebendgeburt.
Todeszeitpunkt und -umstände regeln unterschiedliche Rechte und Ansprüche im
- Personenstandsgesetz (PStG) Links
- Mutterschutzgesetz (MuSchU)
- Bestattungsgesetz (BestG)
Als ‚Fehlgeburt‘ bezeichnet man alle Kinder, die vor der 24. Schwangerschaftswoche still und ohne Lebenszeichen geboren wurden (Personenstandsgesetz PstV §31)
Als ‚Totgeburt‘ gelten Kinder, die bei der Geburt kein Lebenzeichen gezeigt haben (stille Geburt) und mindestens 500 Gramm gewogen oder die 24. Schwangerschaftswoche erreicht haben. Diese Kinder (gelten offiziell als Leiche) und werden somit beurkundet, d.h. sie erhalten eine Geburtsurkunde.
Als ‚Lebendgeburt‘ werden Kinder bezeichnet, deren Herz nach der Scheidung vom Mutterleib geschlagen hat, die Nabelschnur pulsierte oder die natürliche Lungenatmung eingesetzt hat, dann aber verstorben sind. (PStV §31)
Wenn der Tod Ihres Kindes bei einer Vorsorgeuntersuchung festgestellt wird, besteht in den meisten Fällen kein sofortiger Handlungsbedarf. Sind medizinische Gründe für ein sofortiges Handeln ausgeschlossen, können Sie in der Regel nochmal nach Hause gehen, um die Diagnose zu realisieren, Ihre Gefühle zuzulassen und einzuordnen. Unterstützten können Sie jetzt Ihr Partner, Ihre Familie und Freunde und Ihre Hebamme, um sich die nun folgenden Schritte zu überlegen und in Ruhe zu entscheiden, wie es für Sie weitergehen kann.
Je nach Schwangerschaftsalter gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie Ihr Kind geboren wird.
Bis zur ca. 12. Schwangerschaftswoche kann nach Absprache mit Ihrem medizinischem Fachpersonal, Gynäkologin und Hebamme, und deren engmaschigen Begleitung und Beurteilung Ihres Gesundheitszustandes, eine spontan einsetzende Blutung und/oder eine „kleine Geburt“ abgewartet werden. Es gibt aber auch die Möglichkeit, zeitnah eine Ausschabung der Gebärmutter vorzunehmen.
Ist Ihr Kind nach der 12. Schwangerschaftswoche gestorben, gibt es auch die Möglichkeiten, unter Aufsicht abzuwarten oder die sogenannte „stille Geburt“ einzuleiten. Sie können immer in Absprache mit Ihrer Hebamme und Gynäkologin wählen, ob und wie lange Sie diese Zeit auch zu Hause verbringen können und wann ein Klinikaufenthalt sinnvoll oder auch nötig wird.
Der Gedanke, mit Ihrem gestorbenen Kind im Bauch abzuwarten, bis Ihr Körper selbst entsprechende Schritte einleitet, kann irritieren und verunsichern. Die Erfahrungsberichte von vielen Frauen zeigen jedoch, dass dieses „sich Zeit lassen“ für den Trauerprozess sehr hilfreich ist.
Wir hoffen, dass Ihnen die folgenden Impulse helfen, eine für Sie alle schöne Geburt zu erleben.
Überlegen Sie, was Ihnen in dieser Zeit bis zur Geburt helfen könnte: wer Sie begleiten kann, wo Sie sich im Krankenhaus aufhalten können, ob Sie ein Einzel-/oder Familienzimmer bekommen können. Überlegen Sie für sich persönlich, welche Kleidung Ihnen guttut, eine Musik oder sonstigen Mittel wie Duft-/öle entspannen könnten.
Wenn Sie an Ihr Kind denken, sollten Sie überlegen, ob andere Familienangehörige das Kind auch noch sehen dürfen? Das kann für das Be-greifen des Todes wichtig sein. Vielleicht möchten Sie Ihr Kind segnen lassen. Dazu haben Sie vielleicht eine schöne Kerze mitgebracht. Sie möchten Ihrem Kind einen Namen geben, damit es nicht ein Phantom bleibt?
Sie haben den Wunsch, Ihr Kind in einen schönen Stoff, vielleicht in ein Halstuch von Ihnen oder ein anderes persönliches Kleidungsstück zu hüllen? Viele Krankenhäuser haben auch spezielle Sternenkindkleidung, die Ehrenamtlich nähen und kostenlos zur Verfügung stellen. Vielleicht finden Sie diese passend?
Sie möchten ein Foto von Ihrem Kind als unwiederbringliche Erinnerung machen und haben an ein Handy oder Kamera gedacht? Auch ehrenamtliche Sternenkindfotografen die ins Krankenhaus kommen, machen sensible und schöne Fotos von Ihrem Kind. Fragen Sie nach! Für die Fotoumgebung können schon besorgte Babysachen (Schühchen, Schnuller, Kuscheltier, Blütenschmuck) schön sein.
Die Frage nach möglichen Formen der Bestattung Ihres Kindes erläutern wir an weiterer Stelle.
Sie fragen sich, wie Sie Ihr Kind begrüßen können, obwohl es bereits gestorben ist? Das kann sich irritierend anfühlen.
Wir möchten Sie, liebe Eltern, sehr dazu ermutigen, Ihr Kind etwas kennenzulernen und wünschen Ihnen dazu eine liebevolle und empathische Begleitung. Sie werden diese kostbare, kurze und unwiederbringliche Zeit als wertvollen Schatz in Erinnerung bewahren. Lassen Sie sich helfen, Ihr Kind willkommen zu heißen.
Hinweis: Als unterstützende Methode, mit etwas mehr Zeit Ihr Kind kennenzulernen, hat sich für die Geburt der Kleinsten die sogenannte Wassermethode erwiesen. Dazu finden Sie hier Informationen, auf die Sie hinweisen können, wenn Sie nicht bekannt ist. Mehr dazu unter Wassermethode – Wikipedia oder bei „dein Sternenkind“ (s.o. mit Fotos)
Viele Eltern erzählen uns, dass Ängste bezüglich anschauen und anfassen ihres toten Kindes völlig unbegründet waren. Sie werden Ihr Kind mit den Augen der Liebe betrachten und es auch so in Erinnerung behalten. Sollten Sie trotzdem Angst vor der Begegnung haben, bitten Sie ggf. andere Ihnen vertraute Personen oder medizinisches Fachpersonal oder Klinikseelsorge das Kind für Sie anzuschauen und es zu beschreiben. Auch Fotos Ihres Kindes werden auf Ihrem Weg der Trauer sehr hilfreich sein. Nutzen Sie gerne die kostenlose Möglichkeit der Sternenkind Fotografen. Natürlich können Sie auch selbst Fotos von Ihrem Kind machen.
Sternenkind-Fotografie kostenlos | Dein-Sternenkind Stiftung
All diese kleinen Erinnerungen werden Ihnen helfen, Ihrem Kind einen festen Platz in Ihrem Leben zu geben und Sie haben sozusagen einen Nachweis, dass Ihr Kind wirklich existiert hat. Hilfreich ist hier auch zu nennen, dass Ihr Kind, je nach Situation, beim Standesamt mit einer Geburtsurkunde beurkundet wird und/oder im Personenstandsregister eingetragen wird. Erinnerungen zu haben hat sich für eine gute Trauerverarbeitung als förderlich gezeigt. Auch mit weiteren Ritualen im Jahreskreis zu bestimmten Anlässen wie dem Geburts-/Todestag, Weihnachten können Rituale hilfreiche Begleiter durch die Trauer sein.
Hinweis: Als unterstützende Methode, mit etwas mehr Zeit Ihr Kind kennenzulernen, hat sich für die Geburt der Kleinsten die sogenannte Wassermethode erwiesen. Dazu finden Sie hier Informationen, auf die Sie hinweisen können, wenn sie in der Klinik nicht bekannt ist.
Mehr dazu unter Wassermethode – Wikipedia oder bei dein-Sternenkind.eu
Eltern möchten oft den Grund wissen, warum ihr Baby gestorben ist – es bleibt die Frage nach dem „Warum“.
Hier gibt es die Möglichkeit, Ihr Kind obduzieren zu lassen. Die Untersuchung an Ihrem Kind kann Aufschluss über die Todesursache geben; in vielen Fällen ist aber auch kein Grund feststellbar.
Vor Ihrer Entscheidung für eine Obduktion ihres Kindes empfehlen wir Ihnen, sich über die genaue Durchführung und die Möglichkeiten der Untersuchung ihres Kindes zu erkundigen und sich viel Zeit mit Ihrem Kind vor einer Entscheidung zu lassen.
(Eine Veränderung Ihres Kindes kann deutlich sichtbar sein nach einer Obduktion.)
Ein festgestelltes Ergebnis kann Ihnen in Ihrem Trauerprozess helfen und Ihnen auch die Sorge vor folgenden Schwangerschaften etwas erleichtern.
Eine Obduktion wird nur mit Ihrem Einverständnis durchgeführt.
Ausnahme: bei Plötzlichem Kindstod wird eine Obduktion i.d.R. angeordnet, um Fremdverschulden auszuschließen.
Nach einer Obduktion können Sie Ihr Kind nach Ihrer Vorstellung bestatten.
Auch nach frühem Verlust eines Babys haben Sie Anspruch auf Begleitung und Unterstützung durch Ihre Hebamme.
Melden Sie sich zeitnah bei Ihr, sie wird Sie gerne mit Ihrem medizinischen Fachwissen, hilfreichen Tipps und ggf. auch Weiterleitung in ein Netzwerk begleiten.
Es gibt die Möglichkeit der Einzel Rückbildungsgymnastik oder auch spezielle Kurse für Mütter, deren Baby gestorben ist.
Diese Hebammenleistungen werden von Ihrer Krankenkasse bezahlt.
Sie haben als Mutter Anspruch auf Mutterschutz und Hebammenunterstützung. Sie können den Mutterschutz als freiwilliges Angebot individuell und nach eigenen Bedürfnissen nutzen, und wenn aus ärztlicher Sicht nichts dagegenspricht, vorzeitig beenden. Das eigene seelische und körperliche Wohlbefinden sollte zu Ihrer Entscheidung tragen.
Bislang war es so, dass Mütter nach einer Fehlgeburt keinen Mutterschutz erhielten und sich lediglich (oft erst mit Nachdruck) krankschreiben lassen konnten.
Seit 1. Juni 2025 sieht das neue Mutterschutzgesetz auch für Mütter nach einer Fehlgeburt einen gestaffelten Mutterschutz vor:
Bislang galt der Anspruch nur nach einer Totgeburt. Die neue Regelung orientiert sich an der Schwangerschaftswoche und nicht mehr am Personenstandgesetzes.
Bei einer Fehlgeburt ab der 13. bis 16. SSW gelten 2 Wochen Mutterschutz
Bei einer Fehlgeburt ab der 17. bis 19. SSW gelten 6 Wochen Mutterschutz
Bei einer Fehlgeburt ab der 20. bis 23. SSW gelten 8 Wochen Mutterschutz
Sie haben ab der 12. SSW bis 4 Monate nach der Fehlgeburt einen Kündigungsschutz.
Nach der 23. Schwangerschaftswoche gelten 14 Wochen gesetzlicher Mutterschutz nach Totgeburt.
Nach einer Totgeburt stehen Mütter insgesamt 14 Wochen Mutterschutzfrist zu. Dazu zählen die 6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt. Falls Sie Ihr Kind weit vor dem errechneten Geburtstermin gebären, beginnt die Mutterschutzfrist ab dem Geburtstermin. Die Schutzfrist kann von Ihnen als Mutter verkürzt werden, wenn es für Sie stimmig ist.
Hat ein Kind nach der Geburt gelebt (unabhängig wie lange; (siehe Personenstandsgesetz PstV §31) gelten die Regelungen, wie bei allen lebend geborenen Kindern. Insgesamt stehen der Mutter 14 Wochen Mutterschutzfrist nach der Geburt zu, 6 Wochen vor der Entbindung und 8 Wochen danach.
Zählt Ihr Kind als Frühgeburt, d.h. Sie haben es vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren oder sein Geburtsgewicht war unter 2500 Gramm, dann verlängert sich die Mutterschutzfrist auf 18 Wochen. Die Klinik muss dazu eine Frühgeburtsbescheinigung ausstellen.
Sie haben die Möglichkeit, Ihr Kind offiziell beim Standesamt beurkunden zu lassen. Auch nachträglich nach vielen Jahren noch! (Eine Gesetzesänderung im Personenstandsgesetz im Mai 2013 ermöglicht Eltern eines Sternenkindes, dass mit Geburtsgewicht unter 500 g geboren wird, eine offizielle Beurkundung.)
Kinder mit einem Gewicht ab 500 Gramm werden regulär als Totgeburt im Geburtsregister erfasst (§ 21 Abs. 2 des Personenstandsgesetzes - PStG). Kinder, die kurzzeitig gelebt haben, werden im Geburts- und Sterberegister erfasst.
Die Anzeige zur Beurkundung eines Sternenkindes müssen Sie beim dem Standesamt vornehmen, in dessen Zuständigkeitsbereich die stille Geburt erfolgte.
Für die Beantragung sollten Sie folgende Dokumente bereithalten:
Der Nachweis kann durch den Mutterpass oder durch die Bescheinigung einer Ärztin oder eines Arztes, einer Hebamme erbracht werden.
Gebühren und Auslagen für Amtshandlungen nach dem Personenstandsgesetz werden nach Maßgabe von Landesrecht erhoben. Für die Ausstellung der Bescheinigung erheben die Standesämter in der Regel eine Verwaltungsgebühr, deren Höhe sich nach den landesrechtlichen Regelungen zur Ausführung des Personenstandsgesetzes bestimmt (ca. 10,-€)
Mit diesem Dokument wird Ihrem Kind, neben der Bestattung, eine offizielle Existenz sowie eine Würde zu teil. Das Erinnerungsschriftstück kann Eltern, aber auch weiteren Geschwistern und Angehörigen auf ihrem Weg durch die Trauer und als Zeichen der Erinnerung Trost und Hilfe sein.
Anmerkung: Wenn ein Sternenkind bei einer Stillen Geburt über 500g wiegt oder (gewichtsunabhängig) die 24. Schwangerschaftswoche erreicht hat, dann erhält es eine Geburtsurkunde mit dem Vermerk "tot geboren". Ein Kind, das bei der Geburt Lebenszeichen gezeigt hat, wird unabhängig von Alter und Gewicht immer beurkundet.
Schon immer hatten Eltern ein Recht auf eine Bestattung Ihres unter 500 g und still geborenen Kindes. Da dazu jedoch keine Pflicht bestand, war die Informationslage für Eltern darüber sehr dürftig. Eltern selbst erkannten oft erst nach Wochen, Monaten oder Jahren die Tragweite dieses Ereignisses. Das Trauma um den ungewissen Verbleib des verstorbenen Kindes, tragen viele Frauen noch heute in sich.
Gott-sei-Dank hat sich der Umgang mit den Kleinsten inzwischen positiv verändert! Elterninitativen und zahlreiche Organisationen setzen sich immer mehr für den sensiblen Umgang mit der Bestattung ein und die öffentliche Hand (in Hessen) muss Gräber für Sternenkinder vorhalten. Auch Sternenkinder sollen einen würdevollen Platz für ihre letzte Ruhe haben. Die Geburtskliniken sind angehalten, die Kinder für eine Beerdigung oder ggf. vorherige Obduktion, entsprechend in der Pathologie aufzubewahren.
Sie als Eltern entscheiden individuell, wie Sie Ihr Kind beerdigen möchten.
Es gibt folgende Möglichkeiten,
kostenfrei
- eine gemeinschaftliche Bestattung in einem Sternenkindergrab (z.B. in Limburg auf dem Hauptfriedhof, 4x/Jahr )
kostenpflichtig:
- Sternenkinder Baum in einem Friedwald (z.B. in Runkel)
- individuelle Bestattung in einem Einzelgrab an ihrem Wohnort
- Bestattung in einem bestehenden Grab eines Angehörigen
Alle Optionen haben Vor- und Nachteile z.B. bezüglich Kosten, Grabpflege, Liegezeiten, und Erreichbarkeit der Grabstätte.
Bedenken Sie bei Ihrer Entscheidung in Ruhe Ihre Wünsche und Vorstellungen bzgl. der Verabschiedung, Beerdigung und der letzten Ruhestätte Ihres Kindes.
Gerne unterstützen wir Sie auch hierbei in der Entscheidungsfindung und Umsetzung.
Eltern eines still, im St. Vincenz Krankenhaus Limburg, geborenen Sternenkindes unter 500 g haben Sie die Möglichkeit, Ihr Kind im Sternenkindergräberfeld in Limburg beisetzen zu lassen. Dazu erhalten Sie eine Bescheinigung vom Krankenhaus, um dies zu veranlassen. (Formblatt über das St. Vincenz Krankenhaus)
Die im Limburger Sternenkindergrab einzig mögliche Beisetzungsform ist die gemeinschaftliche Urnenbestattung der Sternenkinder.
Sie ist für Sie als Eltern kostenfrei.
Eine mit der Klinikseelsorge vorbereitete ökumenische Trauerfeier mit anschließender Beerdigung der Kinder, findet in der Regel mittwochs vormittags um 11:00 Uhr, viermal im Jahr statt. (Termine siehe eigenes Infofeld)
Mit den Klinikseelsorgerinnen des Krankenhauses laden wir Sie, liebe Eltern, gerne auch Geschwisterkinder, Großeltern und Freunde sehr herzlich dazu ein.
Haben Sie Wünsche an die Beerdigungsfeier in Form von Text-, Liedwünschen, Blumenschmuck oder anderem, haben Sie Fragen, dann sprechen Sie uns gern an.
Wir freuen uns, wenn wir Ihnen mit der Bestattung eine positiv verbleibende Erinnerung an das Abschiednehmen Ihres Kindes vermitteln dürfen.
Sie haben auch die Möglichkeit, einen Gedenkstein für Ihr Kind, als sichtbaren Beweis für seine Existenz, gravieren zu lassen und im sogenannten „Band der Erinnerung“ einzusetzen. Den Gedenkstein erhalten Sie von uns kostenlos, für die Gravur fällt eine Gebühr an.
Wichtiger Hinweis! Bei Komplikationen in der Schwangerschaft werden Sie möglicherweise von Limburg aus zur Weiterbehandlung in andere Kliniken z.B. nach Gießen, Wiesbaden, Frankfurt oder weitere Unikliniken überwiesen.
Stirbt Ihr Sternenkind (unter 500 g) dort, dann haben Sie als Eltern, wenn Sie Ihr Kind lieber ortsnah (z.B. im Limburger Sternenkindergrab bestatten lassen möchten) die Möglichkeit dazu.
Nehmen Sie dann Kontakt mit uns auf! Wir können durch unsere Vernetzung mit den Kliniken oft eine hiesige Beerdigung im Limburger Sternenkindergrab organisieren.
Muslimische Beisetzungen sind aufgrund der Urnenbeisetzung im Limburger Sternenkindergräberfeld nicht möglich. Für Muslime aus Limburg gibt es auf dem Friedhof allerdings ein eigenes Gräberfeld für eine religionsentsprechende Beerdigung.
Späteres Gedenken: „Du kannst die Vögel der Trauer nicht aufhalten, über deinem Haupt zu kreisen, wohl aber daran Nester in deinem Haar zu bauen.“(Chin. Sprichwort) Sie haben vor vielen Jahren ein Kind während der Schwangerschaft oder kurz danach verloren? Es gab keine Möglichkeit, sich von Ihrem Kind zu verabschieden? Niemand hat sich dafür interessiert, wie es Ihnen damit gegangen ist und die gut gemeinten Ratschläge „Das Leben geht weiter“ /„Du musst nach vorne schauen“ /„Wer weiß, wozu es gut war“ hat Sie dazu gebracht, auch nicht mehr darüber nachzudenken und Ihrer Trauer Raum zu schenken. Nach Jahren merken Sie aber immer wieder, dass dieses Ereignis Sie nicht loslässt und im Verlauf des Jahres kommen Sie immer wieder an den Punkt, wo Sie denken: Jetzt wäre mein Kind in der Schule, zur Kommunion gegangen, hätte geheiratet….
Sie haben auch heute noch die Möglichkeit, an einer unserer Trauerfeier teilzunehmen, Ihr Kind in einem der Trauerfeiern erwähnen und eine Kerze entzünden zu lassen, einen Gedenkstein für Ihr verstorbenes Kind anfertigen zu lassen und im Sternenkindergrab zu verlegen, sofern Sie damals keine Gelegenheit dazu hatten oder es sich aufgrund von Überforderung und Trauer nicht zugetraut haben. Auch dann sind wir ansprechbar!
Trauern ist der Weg und gleichzeitig die Lösung aus ihr heraus
Zurück zu Hause wird Ihnen, liebe Mütter, Väter (und Angehörige) wahrscheinlich erst so langsam die Tragweite des Verlustes um Ihr Kind deutlich. Nichts ist mehr wie vorher. Für Ihr Umfeld, was Ihr Kind nicht kennengelernt hat, wird nach den ersten Beileidsbekundungen schnell wieder der Alltag einkehren. Für Sie wahrscheinlich nicht. Der Verlust Ihres Kindes nimmt Ihnen vielleicht Kraft und Hoffnung und Fragen nach dem „Warum wir, was haben wir denn falsch gemacht?“ sind quälend und übermächtig. Haben Sie bereits weitere Kinder lässt der Alltag oft keine Zeit und keinen Raum zu trauern um alle auftauchenden Emotionen zuzulassen. Oft funktioniert man nur. Und auch Geschwisterkinder trauern. Mal kaum für Eltern erkennbar und „unauffällig“, mal verfallen Kinder in eine Regression mit Einnässen, Ängsten, oder Rückzug und Wut und haben manchmal selbst auch Schuldgefühle.
Wie auf die Trauer von Kindern reagieren, oder überhaupt, wenn sie vermeintlich keine Trauer zeigen? Kinder trauern anders. Haben Sie dazu Fragen, sprechen Sie uns gerne an!
Trauern ist ein sehr individueller Prozess und dauert meistens länger, als die meisten Menschen zunächst glauben, ist anspruchsvoll und Kräfte zehrend, braucht Zeit und Raum und will wahrgenommen werden. Der Schock ist am Anfang oft groß, weil eine Situation eingetreten ist, die Sie überwältigt. Die Veränderung der Realität anzunehmen, braucht Zeit und gleicht einem Pendeln zwischen rückwärts- und vorwärts- gewandt sein in unterschiedlichem Tempo und erst langsam wird Ihnen bewusst, was geschehen ist. Irgendwann werden Sie mit der Trauer leben, wird sie nicht mehr den kompletten Alltag beeinflussen, wird milder.
Es gibt Eltern, die den Prozess der Trauer mit Unterstützung von Angehörigen, Freunden, Hebammen oder Trauerbegleitung auf Dauer selbst bewältigen.
Auf ganz unterschiedlichen Ebenen kann Trauer durch bestimmte Faktoren verstärkt werden.
Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie aus eigener Kraft nicht mehr aus der Trauer herausfinden, scheuen Sie nicht, sich u.U. auch therapeutische Hilfe zu holen.
Für Mütter, die nach einer glücklosen Schwangerschaft wieder ein Kind erwarten, können spezielle Geburtsvorbereitungskurse für Regenbogenschwangere hilfreich sein.
Manche Menschen fühlen sich in Online -Trauerforen gut aufgehoben und abgeholt, andere brauchen präsente Begleitung.
Es gibt Selbsthilfe-Trauergruppen oder begleitete Trauergruppen für betroffene Sternenkindmütter(-eltern). Hier prüfen Sie selbst am besten, welche Form der Unterstützung für Sie der richtige Weg ist, oder vielleicht erst im Laufe des Trauerweges, oder andere Hilfen passender sind.
Manche Menschen möchten immer wieder über das Geschehen reden, andere finden durch eher kreative Ausdruckmöglichkeiten einen Weg, die Trauer zu verarbeiten. Begegnungen in der Natur können sehr heilsam sein. Spüren Sie in sich hinein, was Ihnen, jedem individuell als Paar, in der Familie, hilft.
Rituale wie die jährlichen Gedenktage für verstorbene Kinder oder Sternenkinder bieten Raum für Gemeinschaft und Trost.
Seit vielen Jahren hat sich ausgehend durch die Bewegung der „Compassionate Friends“ (Mitfühlenden Freunde) in den USA und hierzulande durch die Verwaisten Eltern Deutschlands (Veid) der Weltgedenktag für verstorbene Eltern etabliert.
Dieser wird jedes Jahr am 2. Sonntag im Dezember weltweit begangen.
Kirchen und Elterninitiativen laden regional vor Ort Angehörige und Freunde von verstorbenen Kindern zu Gottesdiensten, Gedenkandachten oder Aktionen ein.
Der Gedanke dahinter:
Mit dem Entzünden von Kerzen um 19 Uhr auf der ganzen Welt, entsteht ein Lichterring um die Erde.
Die Kerzen, die in der einen Zeitzone erlöschen, werden in der nächsten entzündet.
So entsteht eine Lichterwelle 24 Stunden um die ganze Welt.
Jedes Licht im Fenster steht für ein Kind, das verstorben ist. Das Licht will symbolisieren, dass diese Kinder das Leben Ihrer Eltern erhellt haben und sie nie vergessen werden.
„Das Licht steht auch für die Hoffnung, dass die Trauer, das Leben der Angehörigen nicht für immer dunkel bleiben lässt. Das Licht schlägt Brücken von einem betroffenen Menschen zum anderen, von einer Familie zur anderen, von einem Haus zum anderen, von einer Stadt zur anderen, von einem Land zum anderen. Es versichert Betroffenen der Solidarität untereinander. Es wärmt ein wenig das kalt gewordene Leben und wird sich ausbreiten, wie es ein erster Sonnenstrahl am Morgen tut.“ (Wikipedia)
Auch wir feiern jedes Jahr diesen Gedenktag am 2. Sonntag im Dezember. (siehe Plakat)
Einen eigenen Gedenktag für Sternenkinder haben Elterninitiativen gegründet.
Dieser findet jedes Jahr am 15. Oktober statt. Damit soll der nicht immer sichtbar gewordenen Kindern, die während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt verstorben sind, gedacht und erinnert werden.
„Gute Hoffnung, Jähes Ende“ im Kösel Verlag von der verstorbenen Hannah Lothrop ist der Klassiker und ein frühes Standardwerk in Deutschland geworden. Es werden viele Gefühle beschrieben, die Eltern erleben, wie die Autorin und Psychologin selbst. Das umfangreiche Werk beschreibt, wie trauernden Eltern begegnet werden und wie andererseits auch mit der eigenen Hilflosigkeit umgegangen werden kann. Es werden Trauerverläufe beschrieben, Klinikaufenthalt, Kennenlernen und Abschiednehmen vom Kind, die Zeit danach, wenn die Trauer das Elternpaar und Geschwister trifft, was helfen kann und wie es ist, wenn Trauernde in der Trauer stecken bleiben und Vieles mehr. Sehr detailliert und auch für Fachpersonal geeignet.
„Trauern um ein Sternenkind“ von Petra Sutor, erschienen im Patmos Verlag 2018
Die Autorin und Ausbilderin für Trauerbegleitung, und betroffenen Mutter hat dieses leicht verständliche und umfassend informierende Buch für Eltern geschrieben. Sehr klar und verständlich finden Eltern hiermit Informationen ab Diagnosestellung und Hilfen für Entscheidungen, konkrete Hilfen für den Umgang mit Familie und Umfeld und am Arbeitsplatz, die Ihnen durch den Weg der Trauer helfen. Ergänzend Übungen zur Stabilisierung und Selbstfürsorge.
Willkommen und Lebewohl von Beatrice von Moreau, Eine Liebeserklärung an mein Sternenkind, im Hörnchen Verlag Berlin 2020 erschienen. Die Autorin beschreibt autobiografisch die Situation des „Weitertragens“, nachdem sie erfahren hat, dass ihr Kind nach der Geburt nicht lebensfähig sein wird. Sie beschreibt diese Zeit in der tiefen Verbindung mit ihrem Kind und den Gefühlen, die sie über den Tod hinaus als so wertvoll bereichert hat.
„Tabuthema Fehlgeburt“ von Miriam Funk, erschienen im Mabuse Verlag 2019
Im Schweigen um eine Fehlgeburt fühlen sich viele Frauen allein. Die Gründe sind vielfältig und noch immer ist eine Fehlgeburt ein Tabuthema und professionelle, sensible Betreuung ist nicht immer adäquat. Viele Frauen kennen werder Ihre Rechte noch die Möglichkeiten, die sie haben. Das Buch basiert auf einer Befragung von über 400 Frauen deren Antworten sich in dem Buch wiederfinden und ist ein Ratgeber mit fachlichen Informationen nicht nur für Betroffene, sondern auch für Angehörige, Freunde und Fachpersonal.
„Als Frau Trauer bei uns einzog“ von Anke Keil, erschienen im Vier-Türme-Verlag 2019
Auch dieses Buch ist aufgrund des eigenen Verlustes (ihrer 2015 still geborenen Tochter und im Rahmen ihrer Ausbildung als Trauerbegleiterin) entstanden. Die Trauer in der Familie verändert alles. Oft verlieren wir uns aus den Augen, können nicht miteinander sprechen, jede und jeder trauert auf seine eigene Weise. Das erfährt auch die Autorin und möchte mit ihrem Buch ermutigen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Auf ungewöhnliche Art beschreibt die Autorin die Trauer als eine neue Mitgestalterin in der Familie. Zuerst ungebeten, dann doch eine Gefährtin, die Spuren hinterlässt, die zum Weiterleben tragen.
„Weitertragen“- Wege nach pränataler Diagnose. Begleitbuch für Eltern, Angehörige und Fachpersonal von Kathrin Fezer und Carolin Erhardt-Seidl erschienen 2018 Edition Riedenburg E.U.
Wenn die Diagnose nach pränataler Diagnostik negativ ausfällt, entscheiden sich häufig Eltern für einen Abbruch, weil sie sich ein Leben mit einer möglichen Behinderung, oder die Vorstellung, dass das Kind im Mutterleib verstirbt, nicht vorstellen können. Dieses Buch will umfassend informieren und Eltern unterstützen, die Möglichkeit des Weitertragens damit in Betracht zu ziehen.
„Und was kommt danach? Begleitbuch bei Tot- und Fehlgeburt von Hildegard Wörz-Strauß im reinhardt Verlag 2018
Eine Frage, die sich sicher viele Eltern nach der stillen Geburt fragen und erst mal begreifen müssen, was passiert ist. Das Buch beschreibt eindrucksvoll den Weg durch die Trauer, denn das Ausmaß der Gefühle wird oft von Eltern unterschätzt. Beispiele zeigen, wie der Weg durch die Trauer für alle Familienmitglieder gegangen werden kann, so dass das verstorbene Kind einen eigenen Platz und Anerkennung in der Familie findet.
„Wenn gute Hoffnung Mut braucht“ von Manuela Lommen und Christian Mörsch erschienen im Mabuse Verlag 2023 Ein Ratgeber für die Folgeschwangerschaft nach einem Sternenkind
Ein Buch, dass all jene unterstützt, die nach der schmerzlichen Erfahrung, ein Kind in der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt verloren haben. Denn eine Folgeschwangerschaft ist eine Achterbahn der Gefühle, die neben der erneuten Hoffnung auch mit Angst, Vorfreude, Trauer, Sorge Schuld und Liebe verbunden sind. Das Buch ist ein Mitmachbuch und hat Raum für eigene Gedanken, Fragen und Fotos zum Eintragen, stellt Entspannungsübungen, Meditationen und Fantasiereisen vor, die die Mutter oder auch den Vater oder Begleitende ermutigt, die Schwangerschaft mit so viel Leichtigkeit als möglich zu erleben.
folgt
„Lilly ist ein Sternenkind“
Ein Kindersachbuch zum Thema verwaiste Geschwister
Heike Wolter & Regina Maseracchia
edition riedenburg (erschienen 2014)
„Leben mit unserem Sternenkind“ Nicole Baumann-Kolnovics, Heike Wolter, Birgit J. Tomayer Verlag edition riedenburg (erschienen 2020)
„Maxi verliert sein Geschwisterchen“ von Selina Langenscheid in 2 Teilen (Bildergeschichte und Teil zum Ausmalen für Kinder
„Mein Bruder sitzt auf Wolke 8“ von Anja Weglöhner und Rebekka Läng
erschienen im Dezember 2020
„Marlene wohnt im Himmel“ von Anna Koppri (erschienen 2020)
„Lotte“- Deine Sternenschwester von Viktoria Alsmann (2023) erschienen im Stadelmann Verlag (Betroffene Mutter)
„Sternenschwester“ von Doris Meyer (Pflegefachfrau, Mutter von vier Kindern und Betroffene. (2023) erschienen im Mabuse Verlag
„Nayas große Sternenschwester – Vor Naya war noch ein Baby in Mamas Bauch von Verena Herleth 8erschienen 2020) edition riedenburg
Liebe Angehörige, Freund*innen und Kolleg*innen,
es wird Ihnen vielleicht sehr schwerfallen, Ihre Unterstützung für ein betroffenes Elternpaar anzubieten und scheuen erst einmal den Weg, die Eltern überhaupt danach anzusprechen und sich Ihnen zu nähern. Bedenken Sie: Es ist für Eltern ein weiterer Verlust, wenn sich ihr Umfeld zurückzieht, die Straßenseite wechselt, wenn Ihnen begegnet wird und so getan wird, als sei nichts passiert! Sie wissen nicht, was Sie sagen oder tun können?
Ja, unbedachte Worte wie: „Ach, das wird schon wieder“, die „ Zeit heilt alle Wunden“ , „Ach du bist ja noch jung“ usw. verletzen oder beinhalten Vertröstungen, die nicht helfen!
Seien Sie „einfach“ da! Aufmerksames, zugewandtes Zuhören ist hier Gold wert!
Sie können sagen: „Mir fehlen die Worte, aber ich möchte für dich /euch da sein! / Ich höre dir gerne zu.
Es geht darum, den Schmerz mit den Eltern gemeinsam auszuhalten. Immer wieder. Ermutigen Sie die Mutter, den Vater, immer wieder über ihr Kind, ihre Trauer und Sorgen zu sprechen. Sie können für das verstorbene Kind eine Kerze anzünden. Sie können durch zubereitete Mahlzeiten unterstützen oder andere Besorgungen, vielleicht die Betreuung der hinterbliebenen Geschwister anbieten. Der Alltag ist aus den Fugen geraten, und Kinder brauchen auch trauerfreie Zonen, die Sie ihnen vielleicht anbieten können. Das verschafft Kindern Sicherheit. Denn es gibt dann Orte, wo alles beim Alten und „normal“ ist. Vielleicht unterstützen Sie Eltern bei der Beerdigung? Eltern freuen sich vielleicht über einen gemeinsamen Spaziergang, gerne auch mit Besuch am Grab. Sie freuen sich, wenn Sie an die Geburts-/Todestage des Kindes oder auch an Feiertage wie Muttertag oder Weihnachten an das Kind mitdenken mit kleinen Zeichen, weil diese Tage die Trauer um das Kind noch einmal besonders präsent machen. Eltern freuen sich dann über liebe Postkarten, Blumen, oder kleine Geschenke die passen (ein schönes Tagebuch oder ein passendes Buch für die Trauer.)
Sind Sie bitte nicht enttäuscht, wenn manche Dinge nicht angenommen werden (können). Trauer ist ein sehr individueller Prozess, und die Reaktionen können sehr unterschiedlich ausfallen und anders als Sie erwartet haben. Eine wertfreie Haltung ist not-wendig. (Lesen Sie gerne dazu den Text Segen sein. Er macht vieles deutlich.)
Gesegnet seien alle,
die mir jetzt nicht ausweichen.
Dankbar bin ich für jeden,
der mir einmal zulächelt
und mir seine Hand reicht,
wenn ich mich verlassen fühle.
Gesegnet seien die,
die mich immer noch besuchen,
obwohl sie Angst haben,
etwas Falsches zu sagen.
Gesegnet seien alle,
die mir erlauben,
von meinem verstorbenen Kind zu sprechen.
Ich möchte meine Erinnerungen
nicht totschweigen.
Ich suche Menschen,
denen ich mitteilen kann,
was mich bewegt.
Gesegnet seien alle,
die mir zuhören,
auch wenn das,
was ich zu sagen habe,
sehr schwer zu ertragen ist.
Gesegnet seien alle,
die mich nicht ändern wollen,
sondern geduldig so annehmen,
wie ich jetzt bin.
Gesegnet seien alle,
die mich trösten und mir zusichern,
dass Gott mich nicht verlassen hat. Quelle: Marie Luise Wölfling
Leiterin