Qualitätsentwicklung

Vor dem Hintergrund einer breiter werdenden Diskussion um Qualitätsentwicklung und -sicherung auch von Weiterbildungseinrichtungen, der stetig knapper werdenden öffentlichen Mittel und zunehmender Konkurrenz unter den verschiedenen Anbietern von Bildungsveranstaltungen, höheren Ansprüchen an die Qualität der Angebote seitens Teilnehmer und Teilnehmerinnen usw. So stellen sich die Familienbildungsstätten im Bistum Limburg einer stärkeren Profilbildung und Professionalisierung.Seit einigen Jahren gibt es auch in sogenannten Non-Profit Organisationen verschiedene Modelle zur Sicherung von Qualität, ist Qualitätsentwicklung und -sicherung fester Bestandteil in vielen Bildungseinrichtungen.

"Während früher Qualitätsansätze sich auf eine Bewertung der Einrichtung von außen bezogen (z.B. ISO 9004), verwies die Debatte zur Qualitätsentwicklung in der Weiterbildung auf Ansätze die sich auf das Qualitätsbewusstsein der Mitarbeiter/Innen und deren Professionalität beziehen. Die neueren Modelle nehmen die mehrdimensionale Aufgaben von Bildungsarbeit auf - das heißt die Entwicklung der Durchführungsqualität der pädagogischen Produkte sowie die organisatorischen Bedingungen und die prozessbezogenen Kriterien - und wenden sich Qualitätskonzepten zu, die auf die Einführung eines umfassenden Qualitätsmanagementkonzepts im Rahmen einer Selbstevaluation verweisen." (aus: "Qualitätsentwicklung / Qualitätsmanagement in Familienbildungsstätten/Hessen)

Für die Familienbildung wurde ein organisationsbezogenes Qualitätsmodell entwickelt, das vom Bundesfamilienministerium als Projekt gefördert, von der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg durch Frau Prof. Dr. Schiersmann begleitet und in drei Bundesländern mit insgesamt 50 beteiligten Einrichtungen erprobt wurde. Das von Prof. Dr. Christiane Schiersmann und Dr. Heinz-Ulrich Thiel spezifisch entwickelte Qualitätskonzept lehnt sich an das European for Quality Management -Konzept an (EFQM).

An diesem ersten Bundesmodellprojekt zur "Qualitätssicherung und -entwicklung in Familienbildungsstätten" von 1998-2000 nahmen von insgesamt 39 Familienbildungsstätten in Hessen, 20 an diesem Projekt teil. Für Hessen wurde, durch finanzielle Förderung der Hessischen Landesregierung, das Projekt nach hessenspezifischen Kritierien spezifiziert und ausgedehnt. Dokumentation und Auswertung wurden von der AHF (Arbeitsgemeinschaft Hessischer Familienbildungsstätten) erstellt.

Nach dem erfolgreichen Durchlauf von 20 hessischen Einrichtungen entschloss sich die Kath. Familienbildungsstätte Limburg Ende des Jahres 2000 ebenfalls an diesem Modell teilzunehmen, das weitere Mittel von der hessischen Landesregierung dafür bekam.

Das sog. "Heidelberger Modell" zeichnet sich dadurch aus, dass es auch in kleinen Einrichtungen mit wenig hauptamtlichem Personal umgesetzt werden kann und zu erstaunlichen Ergebnissen führt. Der Transfer in den Arbeitsalltag wird durch die klar strukturierten Abläufe des Prozesses erleichtert und alle beteiligten Einrichtungen konnten positive Veränderungen durch die Bearbeitung unterschiedlicher Projekte erzielen.

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